Sommerhitze im Lkw: Wenn nicht jede Ware mitfahren kann
Verderbliche Produkte, Qualitätsverlust und Sicherheitsrisiken für Fahrer
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Unter der brütenden Hitze im Sommer leidet so mancher LKW-Fahrer, wie uns die Unermüdliche Christina erst kürzlich erzählte. Aber auch für die Technik und die geladene Ware kann sie Probleme machen. Deshalb kann es im Sommer bei extremen Temperaturen dazu kommen, dass bestimmte Güter nicht mehr transportiert werden können.
Ein Transportstopp für spezielle Waren kann von verschiedenen Seiten aus erfolgen. Einerseits durch den Hersteller selbst: Der Produzent kennt seine Produkte und deren Eigenschaften am besten und kann gut einschätzen, ob sie die Sommerhitze gut überstehen werden.
Aber auch Logistik- und Transportunternehmen können sich darauf berufen, bestimmte Ware bei zu hohen Temperaturen nicht mehr zu transportieren, um nicht für entstandene Schäden haftbar gemacht zu werden.
Besonders können die folgenden Produktgruppen vom heißen Wetter betroffen sein:
- Lebensmittel
- Medikamente
- Kosmetik, Lacke und Farben
- Elektronik
- Pflanzen
- Spraydosen
Die Hitze birgt für die zu transportierende Ware verschiedenste Risiken: Verderblichkeit, Qualitätsverlust aber auch Explosionsgefahr und Selbstentzündung.
Verderblichkeit von Lebensmitteln und Medikamenten
Leicht verderbliche Lebensmittel wie z. B. Fleisch oder Eierspeisen sind besonders anfällig für Hitze, weshalb sie strengen Regularien unterliegen. Die Kühlkette darf auf keinen Fall unterbrochen werden. Kann kein einwandfreier Transport gewährleistet werden, steigt das Risiko für Lebensmittelvergiftungen bei den Konsumenten. Das kann vor allem für geschwächte Gruppen wie Kleinkinder, Schwangere oder ältere Menschen fatale Folgen haben.
Medikamente können bei zu heißem Transport oder Lagerung ihre Wirkung verlieren. Für Menschen, die darauf angewiesen sind, kann auch das lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen.
Qualitätsverlust der Ware
Schokolade ist ebenfalls ein kritisches Produkt im Sommer. Schmilzt sie während des Transports, verliert sie deutlich an Qualität: Der knackige Biss geht verloren, außerdem bilden sich weiße Schlieren, die unappetitlich aussehen. Auch bei Kosmetik können sich theoretisch chemische Verbindungen auflösen, woraufhin die Produkte bröckelig werden. Solche Qualitätseinbußen können dazu führen, dass die Kundschaft die Ware ablehnt und ein finanzieller Schaden entsteht.
Elektronik und Akkus reagieren ebenfalls empfindlich auf große Hitze. Sie können schneller altern, was bedeutet, dass ihre Leistung und Lebensdauer sinken.
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Tinka über das Thema Hitze und Ware
Truckerin Tinka ist regelmäßig im Kosmetikbereich unterwegs. Für sie gibt es allerdings unter normalen Bedingungen keine Probleme mit der transportierten Ware. Das liegt an der richtigen Planung: „In der Regel laden wir entweder morgens und liefern es dann am Nachmittag an, oder wir laden es abends und liefern es am nächsten Morgen“, erklärt die Fahrerin: „Da ist eigentlich die Zeit auf dem LKW zu kurz, als dass da was passieren könnte.“
Die verwendeten Ladungsträger isolieren ebenfalls ein bisschen: „Da kommt nichts dran, dafür ist es bei uns nicht warm genug“, meint Tinka. Sie schränkt allerdings ein: „Ich würde mal sagen, wenn du jetzt eine Woche lang 40 Grad hast und hast das Auto beispielsweise voll mit Gesichtscreme geladen, und lässt den Wagen dann eine Woche lang bei 40 Grad irgendwo in der Knallsonne stehen - dann könnte ich mir schon vorstellen, dass das was mit der Kosmetik macht.“
Dennoch gibt es Güter, bei denen auf die Temperaturen geschaut werden muss: „Wenn du jetzt was mit Schokolade fährst, dann ist es was anderes“, so Tinka. Wichtig an der Stelle: „Dann sollte auch der Kunde schauen, wenn extrem heiß ist, dass der lieber einen Kühler bestellt als normalen LKW.“
Das ist tatsächlich schon in der Auftragsvergabe festzulegen: „In der Regel wird beim Auftraggeber oder beim Kunden schon vorab mit angegeben, was für ein Fahrzeug benötigt wird. Manche legen Wert auf feste Koffer, andere legen Wert darauf, dass es eine Plane ist. Das liegt auch an der Verladeart. Wenn da irgendwelche empfindliche Ware dabei ist, schaut der Kunde selber schonmal, welches Fahrzeug sich da am besten für eignet und beauftragt dann dementsprechend jemanden der so ein Fahrzeug zur Verfügung stellen kann.“
Wie Tinka für sich selbst mit Hitze umgeht, lest ihr übrigens hier.
Wie heiß wird es im Lkw?
Bei einer Außentemperatur von 30 Grad kann es sich mit der Zeit im Laderaum eines LKW auf über 55 Grad aufheizen – je nachdem, wie sich die äußeren Umstände gestalten.
Lösungen für das Hitzeproblem
Viele Dienstleister achten darauf, nur unter der Woche bis spätestens Donnerstag zu verschicken. So wird vermieden, dass die Ware zusätzliche Stunden auf Rasthöfen der Sonne und der Hitze im Laderaum durch das Sonntagsfahrverbot ausgesetzt ist. Hersteller von besonders gefährdeten Produkten – wie z. B. Schokoladenhersteller – stoppen bei zu hohen Temperaturen die Lieferungen komplett und warten, bis es sich wieder abgekühlt hat.
Dennoch kann auf den Transport von Lebensmitteln und Medikamenten nicht vollständig verzichtet werden. Deshalb gibt es die Möglichkeit eine Kühlanlage im LKW zu nutzen. Auch Laderäume können isoliert werden oder die Ware in entsprechenden Kühlcontainern verpackt werden. Mess- und Steuersysteme stellend dabei sicher, dass die ganze Zeit eine passende und konstante Temperatur gehalten und die Kühlkette nicht unterbrochen wird.
Was bedeutet Hitze eigentlich für Reifen? Auch die Reifen sollte man im Sommer stets im Auge behalten – insbesondere bei extremen Temperaturen. Der richtige Reifenfülldruck sollte sichergestellt werden, um das Risiko eines Reifenplatzers zu verringern. Zudem können auch Straßenteile durch die Hitze beeinflusst werden, sodass aufgeplatzte Betonplatten zum Risiko für die Reifen werden können. Hier sollte man sich an das Tempolimit halten und die Geschwindigkeit im Zweifel verringen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
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