Hitzestress für Lkw-Fahrerin Christina Scheib: „Ich kann mich gegen die Hitze nicht wehren“
Wenn das Fahrerhaus zum Backofen wird: So heftig ist die Hitzebelastung für Lkw-Fahrer.
Aktuell steht und brennt die Luft gleichzeitig. Deutschland wurde von einer Hitzewelle überrollt und die Gradzahlen auf dem Thermometer schießen nur so in die Höhe.
Die Suche nach schattigen, luftigen, kühlen Orten treibt gerade viele Menschen um. Im Lkw ist die Suche allerdings schnell beendet: Im Falle von Christina Scheibs Arbeitsalltag beläuft sich die Chance auf kühle Luft nahezu auf Null.
„Es ist extrem heiß. Am Wochenende werden es bei mir sogar 42 Grad“, erzählt die Truckerin. Fragt man die Truckerin danach, wie heftig die Hitze sich in ihrem Beruf gerade auf einer Skala von 1 bis 10 auswirkt, ist die Antwort deutlich: „Mindestens eine 14.“
Das Problem: Für die Truckerin gibt es kaum Möglichkeiten, der Hitze zu entkommen – und das ist ein Schicksal, das gerade viele Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer teilen. „Ich kann mich nicht gegen die Hitze wehren. Ich kann mich vielleicht unter den Lkw legen und warten, bis der Tag vorbei ist aber das finden meine Kunden nicht so gut, glaube ich“, so Christina. Der Humor ist also noch nicht ganz weggeschmolzen. Aber Spaß beiseite: Die Situation, so Christina, ist schwierig.
© Adobe Stock | Serhii
Natürlich hat Christinas Lkw eine moderne Klimaanlage. Doch momentan ist die Fahrerin weniger im Fernverkehr, sondern eher im Nahverkehr unterwegs. Das bedeutet: Viele Stopps, viele Ladestellen, wenig längere Phasen im Lkw.
„Ich muss rein, raus, rein, raus. Eine konstante Kühle gibt es nicht. Es ist einfach nur anstrengend. Wenn du aussteigst, schwitzt du, dann geht es wieder rein. Und an der Ladestelle ist es noch schlimmer. Da stehst du in der prallen Sonne und musst helfen, etwa beim Lösen der Gurte. Danach heißt es Warten und manchmal danebenstehen.“
Wie geht Christina mit der Hitze im Lkw um?
Hitze ist ein Aspekt, den man beim Lkw-Fahrer-Beruf gerne übersieht – dabei ist das Wetter eine Hürde, mit der auch Trucker tagtäglich zu kämpfen haben.
Christina macht das so:
- Man muss einfach viel trinken.
- Man muss einen Hut aufsetzen, wenn man draußen ist.
- Ein nasses Handtuch in den Nacken beim Fahren.
In Sachen Kleidung, so Christina, hat sie wenig Anpassungsmöglichkeiten: „Bei vielen meiner Kunden darf ich keine kurze Hose anziehen, aus Sicherheitsgründen. Auf Baustellen muss ich einen Helm tragen, eine Sicherheitsbrille aufsetzen, Sicherheitsweste, Sicherheitsschuhe. Also: die volle Montur!
Umziehen ist nur in den Fahr-Phasen eine Option: „Je nach Kunden ziehe ich mich ein- bis zweimal am Tag um.“
Unter der Hitze kann auch die Gesundheit von Truckerinnen und Truckern leiden. Sollte es unterwegs zu Problemen kommen, muss eine Lösung her. Der Verein DocStop engagiert sich sehr dafür, Menschen im Lkw unterwegs medizinisch zur Seite zu stehen. Mehr darüber erfahrt ihr hier.
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