Rückwärts mit dem Riesenbus? „Kein Problem“
Wie behält man die Übersicht, wenn’s unübersichtlich wird?
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Mirko ist nicht nur der Mannschaftsbusfahrer von Hannover 96, sondern fährt regelmäßig auch Reisegruppen an verschiedenste Orte. So war es auch kürzlich bei einem Workshop von Continental – und da sorgte eine Situation für Eindruck bei den Teilnehmenden.
Locker und entspannt rangierte der Busfahrer rückwärts in eine enge, dunkle Straße, die nicht nur unübersichtlich, sondern auch noch relativ voll war. Zahlreiche Schilder standen am Straßenrand – und hinten im Bus wurde man langsam nervös. „Gleich haben wir das Schild erwischt“, dachte man dort.
Es war eine Situation, die man als Fahrgast vielleicht als beunruhigend oder „knapp“ wahrnimmt. Aber war das beim Busfahrer auch so? Wir haben nachgefragt.
„Nein“, lacht Mirko, als er auf die Situation angesprochen wird: „Ich wüsste ehrlich gesagt nicht einmal, welche Situation das gewesen sein soll.“ Eine Reaktion, die wenig überrascht: Mirko ist seit vielen Jahren als Fahrer unterwegs und hat schon ziemlich verrückte Situationen erlebt oder schwierige Passagen mit dem Bus absolviert. Eine enge Straße in einer deutschen Großstadt? Das ist Alltag. „Wenn ich ein unwohles Gefühl dabei gehabt hätte, hätte ich mich gar nicht darauf eingelassen und hätte einen anderen Weg genommen. Wenn du weißt, wie dein Fahrzeug funktioniert und wie es sich verhält, kannst du die meisten Situationen schon vorher gut einschätzen.“
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Die Rolle der Technik im Reisebus
„Kann sein, dass es eng war, aber es war auf jeden Fall nicht schlimm. Wenn man ein bisschen Erfahrung gesammelt hat, bringt einen das nicht mehr aus der Ruhe“, so der Fahrer. Er räumt allerdings ein: „Die Technik hilft da schon sehr.“
Im modernen Reisebus kann sich Mirko auf große Spiegel und die Rückfahrkamera verlassen. Darüber hinaus ist auch noch ein Feature an Bord, das den ganzen Bus von oben zeigt – und die unmittelbare Umgebung drumherum. „Da sieht man mittlerweile wirklich viel“, erklärt der Fahrer. Dennoch: „Wenn ich unsicher bin, steige ich auch heute immer lieber nochmal aus und schaue nach.“
Erst letztens hatte er so eine Situation in Düsseldorf: „Da hat die Technik gezeigt, ‚ja, geht noch‘, aber das wurde mir zu eng, und ich dachte, da komm ich nie wieder raus. Also bin ich kurz ausgestiegen, habe mir das angeschaut und musste tatsächlich zumindest ein Fahrrad leicht umstellen. Aber dann hat es funktioniert“, erinnert sich Mirko.
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Apropos Erinnerung: Wie ging man mit solchen Situationen eigentlich um, als man noch kein Assistenzsystem hatte? „Im Zweifel hat man jemanden rausgeschickt, der dann draufgeschaut hat, ob es passt. Das kann ein Kollege oder auch jemand von den Gästen sein“, so Mirko. Das passiert teilweise auch heute noch – schließlich ist nicht jeder Reisebus topmodern ausgestattet.
„Am besten“, so Mirko mit einem Augenzwinkern, „schnappt man sich dafür den Fahrgast in der Gruppe, der am meisten rumnörgelt, wenn es so einen gibt.“ So kann man etwas unfreundliche Gäste einfach auf die eigene Seite ziehen: „Dann sagst du einfach ‚Herr Meier, Sie sind jetzt mein Co-Pilot, sozusagen.‘ Dann fühlt der sich geehrt und freut sich, und so holst du ihn in dein Team.“
Ziemlich trickreich! Aber meist hat Mirko keine Probleme mit seinen Gästen. Im Gegenteil: Die meisten verstehen hier und da ein Späßchen und freuen sich über lockere Stimmung im Bus. Man ist ja schließlich lang gemeinsam unterwegs. Mehr zum Thema „Humor im Bus“ lest ihr hier.
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