Tipps zum Sonnenschutz im Lkw mit Tinka: „Diesen bekannten Trucker-Arm haben ja viele“

Was man im Frühling und Sommer beachten sollte

sun protection for truck drivers © Adobe Stock | Medienzunft Berlin

Wer viel unterwegs ist, kennt das Gefühl: Die Sonne steht tief, das Licht fällt direkt durch die Frontscheibe – und plötzlich wird aus einer Routinefahrt echte Anstrengung. Im Lkw ist das tagtäglich ein wichtiges Thema.

Sonnenschutz ist mehr als ein „Nice-to-have“ – er wird zur Frage von Sicherheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Denn je nach Wetterlage sind Lkw-Fahrer der Sonne oft über Stunden hinweg ausgesetzt, Tag für Tag.

Wenn Licht und Hitze zur Belastung werden

Auf langen Strecken freut man sich in der Regel über gutes Wetter. Doch die Sonne bringt auch Schwierigkeiten mit sich. Zum einen ist da das Thema UV-Strahlung. Die Scheiben können zwar vor der Strahlung schützen, doch hin und wieder will man das Fenster aufmachen. In so einem Fall ist die linke Körperseite unter Umständen stärker betroffen und sollte geschützt werden.

„Diesen bekannten Trucker-Arm, den haben ja viele“, sagt auch Lkw-Fahrerin Tinka: „Der bekommt die meiste Sonne ab. Wenn man eine Zeit lang in der Sonne gefahren ist, zeichnet sich direkt die Uhr auf dem Arm ab.“

Erfahrene Fahrer wissen das – und handeln entsprechend. Sonnencreme gehört längst ins Fahrerhaus, genauso wie UV-abweisende Kleidung. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Auch das Be- und Entladen kann unter freiem Himmel und dadurch in der prallen Sonne stattfinden. Hier sollte man ganz besonders darauf achten, UV-Schutz aufzutragen.

Der nächste Risikofaktor bei Sonneneinstrahlung ist die Blendung. Wenn die Sonne frontal oder seitlich ins Fahrerhaus trifft, sinkt nicht nur der Komfort – auch Sicht und Reaktionszeit leiden. Und je länger die Fahrt dauert, desto stärker macht sich die zusätzliche Ermüdung bemerkbar.

„Im Großen und Ganzen gilt: Sonnenbrille und Kappe dabeihaben“, sagt Tinka: „Ich habe auch eine Sonnenblende im Lkw, die klappe ich aber nur selten runter.“

Neben Licht und Strahlung ist es vor allem die Hitze, die im Lkw zur Herausforderung werden kann. Die Folgen kennt jeder: Die Konzentration lässt nach, Müdigkeit setzt schneller ein – und selbst Ruhezeiten verlieren an Qualität, wenn sich die Kabine nicht mehr richtig abkühlt. Effektiver Sonnenschutz bedeutet deshalb immer auch Hitzeschutz.

sun protection for truck drivers © Adobe Stock | Andrii

Was hilft bei zu viel Sonne?

Für Standzeiten und Pausen sind reflektierende Frontscheiben-Abdeckungen praktisch, da sie die Sonnenstrahlen nach außen zurückwerfen und den Innenraum dadurch deutlich kühler halten.

Wer eine dauerhafte Lösung sucht, setzt auf Sonnenschutzfolien. Sie filtern UV- und Wärmestrahlung direkt an der Scheibe. Wie immer ist es dabei äußerst wichtig, rechtliche Vorgaben zu beachten. Sollte Schutz während der Fahrt gesucht werden, darf die Sicht durch die Frontscheibe keinesfalls eingeschränkt werden!

Eine Möglichkeit, beim Thema Sonnenschutz kreativ zu werden, ist das mobile Sonnensegel: Mit Abdeckplane, Tarp oder alter Lkw-Plane lässt sich im Handumdrehen ein schattiger Bereich neben dem Fahrzeug gestalten. Befestigt an Spiegeln, Türen oder Aufliegern, sorgt das „Segel“ nicht nur für Schatten, sondern ermöglicht auch bessere Belüftung. Wer es leicht schräg aufspannt, ist zusätzlich vor Wind und Regen geschützt. Aber klar: Das geht nur, wenn man auch ausreichend Platz neben dem Fahrzeug hat. Und das ist in vielen Parkplatzsituationen schwierig.

„Wenn es zu warm ist, stelle ich die Klimaanlage noch beim Fahren auf Falle Kraft, ganz kalt, und sobald ich stehe, mach ich direkt die Gardinen zu, damit nicht so viel Sonne reinkommt. Auf Dauer heizt sich das trotzdem auf, aber dafür haben wir Standklima“, erklärt Tinka. 

Schatten planen statt Schatten suchen

Was den größten Unterschied macht, ist kein Zubehör sondern die richtige Entscheidung im richtigen Moment. Wo steht die Sonne in zwei oder drei Stunden? Kann der Auflieger Schatten auf die Kabine werfen? Gibt es Gebäude oder Bäume, die genutzt werden können? 

Und ein einfacher, oft falsch gemachter Punkt: Durchzug funktioniert nur auf der Schattenseite. Wer die Tür zur Sonne hin öffnet, holt sich die Hitze direkt ins Fahrerhaus. Die Devise lautet deshalb: Schatten nicht suchen, sondern aktiv schaffen. (Aber auch hier gilt natürlich, dass man von der Parkplatzsituation abhängig ist – oftmals ist man ja schon froh, überhaupt einen Platz zu finden.)

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Kleine Tricks, große Wirkung

Neben den großen Lösungen gibt es eine Reihe einfacher Hacks: 

  • Alufolie oder Rettungsdecken reflektieren Sonnenstrahlen überraschend effektiv. 
  • Ein nasses Handtuch vor dem Fenster sorgt durch Verdunstung für eine leichte Kühlung – besonders bei trockener Hitze. Lkw-Fahrerin Helga hat zum Beispiel immer einen Eimer Wasser im Fußraum des Beifahrers stehen.
  • Technische Helfer wie 12V-Ventilatoren verbessern die Luftzirkulation. Und wer eine improvisierte

Aufs eigene Wohlbefinden achten

Bei all den Hilfsmitteln darf eins nicht ausgeklammert werden – das eigene Wohlbefinden. Gerade auf langen Touren, wenn Duschen nicht jederzeit verfügbar sind, gehört Improvisation dazu. Deshalb immer dabei: Wasserkanister, Waschlappen, Feuchttücher, frische Kleidung.

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