Tinkas Stau-Chaos im Lkw durch zu viel Wartezeit: „Da kannst du echt verzweifeln“

Gerade ist viel los auf den Straßen. Was macht das im Lkw aus?

Traffic jam with trucks on the motorway © Adobe Stock | Tom Bayer

 Selbst kleinste Abweichungen können den Zeitplan von Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern komplett zerlegen. Truckerin Tinka hat sowas kürzlich erst erlebt. 

Eigentlich sah es nach einem angenehmen Arbeitstag für Lkw-Fahrerin Tinka aus. Frühmorgens ging es auf Tour, der Verkehr schuckelte problemlos vor sich hin, pünktlich kam sie bei ihrer Abladestelle an. 

„Ich war frühzeitig da, aber es war eine ganze Menge los. Ich bin ins Büro gegangen und habe nachgefragt, ob wir die Zeit halten können. Da hieß es schon: Naja, mal sehen“, erinnert sich Tinka. 

Die Truckerin erhielt einen Pager, der anzeigen sollte, wann sie zum Abladen übergehen könnte. „Der ging dann nach zwei Stunden los“, sagt Tinka. Der Zeitplan war zu diesem Zeitpunkt schon hinüber – und es sollte noch schlimmer werden. 

„Als ich ins Büro ging, gab ich meinen Pager ab – und habe einen neuen bekommen. Also habe ich nochmal anderthalb Stunden dort gestanden, bevor ich abladen konnte.“ 

Ein Ärgernis, mit dem Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer leider immer wieder konfrontiert werden. Die Wartezeit an sich ist natürlich unpraktisch, doch das große Problem folgt eigentlich erst danach. 

„Wäre ich wie geplant um 11:00 Uhr drangekommen, wäre ich um 12:00 wieder auf der Autobahn gewesen und vor dem Berufsverkehr nach Hause gekommen. So kommst du aber mitten in den Berufsverkehr rein“, erklärt Tinka. 

truck driver angry © Adobe Stock | Serhii

Gerade im Bereich Köln, Leverkusen, Bonn füllt es sich um diese Zeit sehr. Zumal auch aktuelle Brückensperrungen in der Nähe von Tinkas Spedition sowieso schon zur Umplanung von Routen geführt haben, da die dadurch verursachten Standzeiten bares Geld kosten. Schon, als die Brücke nur für Lkw zu war, war sie ein Problem. Mittlerweile ist es noch schwieriger. 

„Die Brücke ist nun auch für Pkw gesperrt. Dadurch suchen sich die Verkehrsteilnehmer von drei unterschiedlichen Autobahnen die Bahn mit dem kürzesten Stau, und dann staut es sich da auch." 

Es ist ein Problem, für das es derzeit noch keine richtige Lösung gibt: „Wir haben halt unsere maroden Brücken, die für die Absicherung gesperrt werden müssen. Wir haben uns ja auch die Alternativen gesucht. Aber es ändert sich ständig.“ 

Auch, weil sich die Umstände der Bauvorhaben, die Baustellen und letztlich der Verkehr dauernd verändern: „Da kannst du echt verzweifeln, wirklich. Und wir fahren wirklich so viel da lang. Das ist richtig, richtig schlimm“. 

Traffic jam with trucks on the motorway © Adobe Stock | Image'in

Die Touren werden länger, der Stress erhöht sich, die Zeitfenster werden enger. Erholungsphasen muss man sich zusammensuchen: „Ich habe auch in der Firma gesagt, ich fahre direkt heim, ich nehme den Lkw gleich mit, dann kann ich am Freitagmorgen ein bisschen länger schlafen.“ Denn so spart man sich zumindest den Weg in die Firma: „Wenn ich eine Stunde mehr Schlaf kriegen kann, nehme ich die gerne noch mit.“ 

Für Tinka ist das eine der Seiten, die den Beruf, den sie so sehr liebt, etwas schwieriger machen: „Es gibt Tage, da juckt es einen gar nicht, da findet man sich damit ab. Aber es gibt halt auch Tage, da regt es einen total auf. Wenn du irgendwie eh Stress hast, es klemmt überall und du hast das Gefühl, du fährst von einem Stau in den nächsten. Das kommt ja jetzt wieder über den Sommer, in den Ferien. Das ist schwierig“, sagt Tinka. 

Eine Lösung? Ist schwierig zu finden. Denn einfach stehen bleiben und warten, bis der Stau rum ist, das geht auch nicht. „Je nachdem, wie ich drauf bin, beschäftige ich mich dann halt. Ich hör Musik, wenn ich gut drauf bin, oder ruf einen Verbündeten, um mich aufzuregen, wenn es gerade nicht so gut ist.“ 

Nachvollziehbar! Zumal es solche Situationen immer wieder gibt. Schon kleine Probleme sorgen eben für große Verschiebungen im Zeitplan – und das wiederum wirkt sich auf die Ruhe, den Schlaf und damit die ganze Woche aus. Das hat Tinka hier schonmal beschrieben

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